Feldpost im Zweiten Weltkrieg
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Hans Grieben, Selbstportrait

Hans Grieben

Martin Dieckhoff: Träumer über dem Abgrund

Mitteilungen des Soldaten H. Grieben

Er war ein Kind, als sie ihn in ihre Jugendorganisation holten. Sie umgarnten ihn, er begeisterte sich für ihre Ziele. Von heldenhaften Einsätzen träumte er und von einer Zukunft, in der sie den Kontinent beherrschen würden. Mit siebzehn ließ er sich von ihnen zum Auslandskämpfer schulen. Er wollte einer von ihnen sein, zur Elite gehören - ebenso heftig war jedoch sein Wunsch, die Verbindung zu denen nicht abreißen zu lassen, die seinen Weg mit Skepsis verfolgten: zu seiner Schwester und zu seiner Mutter in seiner Heimatstadt Oranienburg. Wo auch immer er sich gerade aufhielt: er sandte er ihnen Mitteilungen, fast drei Jahre lang, bis er in einem sinnlosen Kampf den Tod fand.

Die Organisationen, die ihn indoktrinierten und manipulierten, hießen Jungvolk, Hitlerjugend und SS. Das Netzwerk, das er wie ein Besessener nutzte, war die Feldpost. Die Mitteilungen an seine Familie, 139 Briefe und Karten, fielen mir siebzig Jahre später in die Hände. Ich las sie, und ich blickte in das Innere eines Träumers und in Abgründe. Und ich verstand, dass sein Leben auch mich etwas anging.

Der Autor

Martin Dieckhoff wurde 1949 in Niedersachsen geboren, studierte Germanistik und Biologie und arbeitete als Lehrer in Schleswig-Holstein und in Barcelona.

Kontakt: m.dieckhoff@yahoo.de

Martin Dieckhoff: Träumer über dem Abgrund. Mitteilungen des Soldaten H. Grieben (pdf, ca. 12,5 MB)